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Passung aus Grenzabmaßen berechnen

Auf der Zeichnung steht oft nur die Toleranzklasse, etwa Ø25 H7/g6. Die Zahlen dahinter, die Grenzabmaße in Mikrometern, nennt die ISO 286-2; manche CAD-Systeme tragen sie bei Angabe der Klasse selbst ein. Haben Sie die vier Abmaße zur Hand, rechnet der Rechner daraus Höchst- und Mindestmaße sowie das Spiel. Negatives Spiel ist Übermaß. Er funktioniert für jedes Nennmaß und jede Abmaßkombination; wählen Sie nur Bohrung oder nur Welle, zeigt er deren Maße allein.

Drei Paarungen durchgerechnet
PaarungBohrungWelleErgebnis
Ø25 H7/g6+21 / 0 µm−7 / −20 µmSpielpassung, Spiel 7 bis 41 µm
Ø40 H7/k6+25 / 0 µm+18 / +2 µmÜbergangspassung, bis 23 µm Spiel oder bis 18 µm Übermaß
Ø60 H7/r6+30 / 0 µm+60 / +41 µmÜbermaßpassung, Übermaß 11 bis 60 µm

Beispielwerte nach ISO 286-2; maßgeblich ist die Norm.

Passung berechnen

Dezimalstellen mit Komma, z. B. 12,5
Bohrung, Abmaße in µm
Welle, Abmaße in µm
Mit Vorzeichen, z. B. +21, 0 oder −7; Minus als Bindestrich oder Minuszeichen.

SpielpassungSpiel 7 bis 41 µm

Bohrung Ø25
25,000 bis 25,021 mm
Welle Ø25
24,980 bis 24,993 mm
Höchstspiel S_max = ES − ei
41 µm
Mindestspiel S_min = EI − es
7 µm

Beispiel: Ø25 H7/g6, Abmaße nach ISO 286-2; maßgeblich ist die Norm.

Ihre Eingaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Vorprüfung, keine Zusage. Maßgeblich ist unser Angebot nach Prüfung Ihrer Zeichnung. Rechenweg: Höchstspiel = oberes Abmaß der Bohrung minus unteres Abmaß der Welle, Mindestspiel = unteres Abmaß der Bohrung minus oberes Abmaß der Welle.

Grundtoleranzgrade (IT) und Toleranzklassen

Eine Toleranzklasse wie H7 besteht aus zwei Teilen. Der Buchstabe ist das Grundabmaß: Er legt fest, wo das Toleranzfeld zur Nulllinie liegt, also zum Nennmaß. Großbuchstaben gelten für Bohrungen, Kleinbuchstaben für Wellen; bei H und h beginnt das Feld genau am Nennmaß. Die Zahl ist der Grundtoleranzgrad und bestimmt die Breite des Feldes.

Wie breit ein Grad ist, hängt vom Nennmaßbereich ab: Die Norm lässt die Toleranz mit dem Nennmaß wachsen. IT7 umfasst nach ISO 286-1 zwischen 18 und 30 mm genau 21 µm, zwischen 80 und 120 mm schon 35 µm. Zwei Systeme erleichtern die Wahl: Bei der Einheitsbohrung haben alle Bohrungen das Grundabmaß H, und die gewünschte Passung entsteht über die Welle; bei der Einheitswelle ist es umgekehrt. Für Frästeile liegt die Einheitsbohrung nahe – die Welle ist oft ein Kaufteil wie ein Stift oder Bolzen, das sein eigenes Feld mitbringt.

Hinter den Zahlen steckt ein Rechenweg. ISO 286-1 geht für Nennmaße bis 500 mm von einem Toleranzfaktor i aus, der mit dem Nennmaß wächst: i = 0,45 · ∛D + 0,001 · D in Mikrometern, mit D als geometrischem Mittel der Bereichsgrenzen in Millimetern. Die Grundtoleranzgrade sind Vielfache davon, IT7 zum Beispiel 16 i. Für den Bereich über 18 bis 30 mm ergibt das rechnerisch 20,9 µm, für über 80 bis 120 mm 34,8 µm. Die Norm rundet ihre Tabellenwerte nach eigenen Regeln auf 21 und 35 µm, und in anderen Bereichen und Graden weicht die reine Formel um einige Mikrometer ab. Deshalb rechnet diese Seite nicht aus der Formel: Für Zeichnung und Prüfung zählt der Wert der Norm.

Aufbau der Angabe Ø25 H7 Die Angabe Ø25 H7 besteht aus dem Nennmaß 25, dem Grundabmaß H, das die Lage des Toleranzfelds zur Nulllinie festlegt, und dem Grundtoleranzgrad 7, der die Breite des Felds bestimmt; darunter das Feld H7 direkt über der Nulllinie. Ø25 H 7 Nennmaß Grundtoleranzgrad:Breite des Feldes Grundabmaß:Lage zur Nulllinie IT7 Nulllinie = Nennmaß
Skizze: Aufbau der Angabe Ø25 H7 – Nennmaß, Grundabmaß und Grundtoleranzgrad.

Spiel-, Übergangs- und Übermaßpassung

Aus der Lage der beiden Felder ergibt sich, wie Bohrung und Welle zusammenpassen. Liegt das Wellenfeld vollständig unter dem Bohrungsfeld, bleibt immer Spiel. Liegt es vollständig darüber, ist die Welle immer größer als die Bohrung: Das Teil wird eingepresst oder thermisch gefügt. Überschneiden sich die Felder, kann je nach tatsächlichen Maßen Spiel oder Übermaß entstehen.

Spielpassung Das Feld der Welle liegt vollständig unter dem Feld der Bohrung: Zwischen beiden bleibt immer Spiel. Spielpassung Nulllinie Bohrung Welle
Skizze: Spielpassung – das Wellenfeld liegt unter dem Bohrungsfeld.
Übergangspassung Die Felder von Bohrung und Welle überschneiden sich: Je nach tatsächlichen Maßen entsteht Spiel oder Übermaß. Übergangspassung Nulllinie Bohrung Welle
Skizze: Übergangspassung – die Felder überschneiden sich.
Übermaßpassung Das Feld der Welle liegt vollständig über dem Feld der Bohrung: Die Welle ist immer größer als die Bohrung. Übermaßpassung Nulllinie Bohrung Welle
Skizze: Übermaßpassung – das Wellenfeld liegt über dem Bohrungsfeld.

Ein Zahlenbeispiel für Ø25 H7/g6 mit den Abmaßen aus ISO 286-2: Die Bohrung liegt zwischen 25,000 und 25,021 mm, die Welle zwischen 24,980 und 24,993 mm. Das Höchstspiel beträgt 25,021 − 24,980 = 0,041 mm, das Mindestspiel 25,000 − 24,993 = 0,007 mm – eine Spielpassung. Bei Ø40 H7/k6 reicht die Spanne von 23 µm Spiel bis 18 µm Übermaß; bei Ø60 H7/r6 entsteht zwischen 11 und 60 µm Übermaß.

Wie viel Übermaß ein Pressverband verträgt, welche Kräfte er überträgt und ob er warm gefügt werden muss, ist eine Frage der Auslegung; dafür gibt es eigene Regeln, etwa DIN 7190 für Pressverbände. Der Rechner zeigt nur, welche Maße die eingetragenen Abmaße zulassen.

Gebräuchliche Passungen am Frästeil

Welche Passung eine Funktion braucht, entscheidet die Konstruktion. Die folgenden Paarungen sind auf Zeichnungen von Frästeilen verbreitet – als Orientierung, nicht als Auslegung:

  • H7/g6: enges Spiel für Teile, die sich gegeneinander bewegen oder leicht fügen lassen sollen, etwa ein Bolzen in einer Führung.
  • H7/h6: kleinstes Spiel null; das Teil lässt sich von Hand fügen und sitzt zentriert, etwa ein Zentrieransatz in seiner Aufnahme.
  • H7/k6: Übergang; zentriert genauer als ein Spielsitz und lässt sich mit geringer Kraft fügen und wieder lösen.
  • H7/m6: verbreitete Paarung für Zylinderstifte nach ISO 2338 in der Toleranzklasse m6, eingesetzt in Passbohrungen H7.
  • H7/p6 und H7/r6: Übermaß für Pressverbände, etwa eingepresste Buchsen.

Beispiel aus der Musterzeichnung

Die zwei Bohrungen Ø4 H7 im Gehäuse aus der Musterzeichnung sind solche Passbohrungen: Sie nehmen Zylinderstifte auf, die zwei Teile zueinander ausrichten. Nach ISO 286 liegt eine Bohrung Ø4 H7 zwischen 4,000 und 4,012 mm; mit einem Stift m6 zwischen 4,004 und 4,012 mm ergibt sich eine Übergangspassung.

Ob eine Passung an Ihrem Teil wirtschaftlich zu fertigen ist, hängt von Werkstoff, Tiefe und Lage der Bohrung ab. Das klären wir an der Zeichnung, bevor wir anbieten.

Stand: 02.10.2026

Häufige Fragen

H7 ist die gebräuchlichste Bohrungstoleranz im System Einheitsbohrung: Das Toleranzfeld beginnt am Nennmaß (H) und hat die Breite des Grundtoleranzgrads 7 – bei Ø25 mm liegt die Bohrung damit zwischen 25,000 und 25,021 mm. Welche Welle dazu gehört, hängt davon ab, ob Spiel oder Pressung gewünscht ist.

Passung festgelegt? Dann gehört sie mit Toleranzklasse auf die Zeichnung.

Schicken Sie Zeichnung und Modell mit allen Passmaßen. Ob eine Passung an Ihrem Teil wirtschaftlich zu fertigen ist, klären wir an der Zeichnung, bevor wir anbieten.

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