Ein Angebot der Evotec GmbH, Arnsberg

Rechner: Grenzmaße aus der Allgemeintoleranz

Die Klasse steht im Schriftfeld, das Grenzabmaß für Ihr Maß in der Norm DIN ISO 2768-1. Wählen Sie die Maßart, geben Sie Nennmaß und Grenzabmaß ein: Der Rechner bildet Höchst- und Mindestmaß, bei Winkeln größten und kleinsten Winkel und den Versatz am Ende des kürzeren Schenkels. Bei Winkeln zählt nicht der Winkel selbst, sondern die Länge des kürzeren Schenkels.

Fünf Beispiele, ohne Rechner nachvollziehbar
MaßKlasseErgebnis
Länge 50 mmm±0,3 mm, also 49,7 bis 50,3 mm
Länge 250 mmc±1,2 mm, also 248,8 bis 251,2 mm
Rundung R4 an einer Kantem±0,5 mm, also 3,5 bis 4,5 mm
Winkel, kürzerer Schenkel 30 mmm±0° 30′, am Schenkelende rund 0,26 mm
Länge 2 mmvnicht festgelegt: einzeln tolerieren

Beispielwerte nach DIN ISO 2768-1:1991-06, Tabellen 1 bis 3; maßgeblich ist die Norm.

Grenzmaße aus dem Grenzabmaß

Maßart
Dezimalstellen mit Komma, z. B. 12,5
Aus der Norm für Ihre Klasse und Ihren Bereich; bei Winkeln in Winkelminuten (±0° 30′ = 30).

±0,3 mmIhr Grenzabmaß

Höchstmaß
50,3 mm
Mindestmaß
49,7 mm
Toleranzfeld
0,6 mm

Beispiel: Längenmaß 50 mm mit dem Grenzabmaß ±0,3 mm (Klasse m, DIN ISO 2768-1:1991-06); maßgeblich ist die Norm.

Ihre Eingaben werden nicht übertragen und nicht gespeichert.

Vorprüfung, keine Zusage. Maßgeblich ist unser Angebot nach Prüfung Ihrer Zeichnung. Rechenweg: Grenzabmaß zum Nennmaß addieren (Höchstmaß) und vom Nennmaß abziehen (Mindestmaß).

Längenmaße: wie die Norm die Bereiche teilt

Die Norm ordnet jedem Nennmaß von 0,5 bis 4.000 mm über acht Nennmaßbereiche ein Grenzabmaß zu, getrennt nach den vier Klassen. Die obere Grenze gehört jeweils zum Bereich: 6 mm fällt unter „über 3 bis 6“, 6,01 mm unter „über 6 bis 30“. Je größer das Nennmaß und je gröber die Klasse, desto weiter darf ein Maß abweichen. Die Werte gelten für Außen- und Innenmaße, Absätze, Durchmesser, Abstände und Radien, also für jedes Längenmaß ohne eigene Toleranz – nur gebrochene Kanten haben eine eigene Festlegung.

Für Nennmaße unter 0,5 mm legt die Norm keine Allgemeintoleranz fest; solche Maße erhalten die Toleranz direkt am Maß. Dasselbe gilt für Klassen, die in einem Bereich nicht definiert sind: Die feine Klasse endet bei 2.000 mm, die sehr grobe beginnt erst über 3 mm. Die vollständigen Zahlenreihen stehen in der Norm selbst, die Sie beim Beuth Verlag beziehen können.

Längenmaß ohne eigene Toleranz Seitenansicht einer Platte mit dem Längenmaß 50 ohne Toleranzangabe; nach ISO 2768-1 Klasse m darf es zwischen 49,7 und 50,3 mm liegen. 50 ohne eigene Toleranz: Allgemeintoleranz aus dem Schriftfeld Klasse m: zulässig von 49,7 bis 50,3 mm
Skizze: ein Längenmaß ohne eigene Toleranz; die Allgemeintoleranz legt fest, wie weit es abweichen darf.

Lesebeispiel: Ein Gehäuse mit der Außenlänge 160 mm und der Angabe ISO 2768-m darf zwischen 159,5 und 160,5 mm lang sein; in Klasse f wären es 159,8 bis 160,2 mm. Beide Werte nach Tabelle 1 der DIN ISO 2768-1:1991-06; maßgeblich ist die Norm.

Radien, Fasen und Winkel

Für gebrochene Kanten – Rundungshalbmesser und Fasenhöhen an Werkstückkanten – gilt eine eigene Festlegung (Tabelle 2) mit nur drei Bereichen. Die Klassen f und m teilen sich dieselben Werte, ebenso c und v. Eine Fase 1 × 45° mit der Angabe ISO 2768-m darf in der Höhe um ±0,2 mm abweichen.

Winkelmaße toleriert die Norm (Tabelle 3) nicht nach der Größe des Winkels, sondern nach der Länge des kürzeren Schenkels. Je länger der Schenkel, desto enger die zulässige Abweichung in Grad, denn derselbe Winkelfehler versetzt das Ende eines langen Schenkels weiter als das eines kurzen. Ein rechter Winkel mit einem kürzeren Schenkel von 30 mm darf in Klasse m um ±0° 30′ abweichen; am Ende des Schenkels sind das rund 0,26 mm. Beide Beispielwerte nach DIN ISO 2768-1:1991-06; maßgeblich ist die Norm.

Gebrochene Kanten: Rundung und Fase Seitenansicht eines Blocks mit gerundeter linker und gefaster rechter Oberkante; Rundungshalbmesser und Fasenhöhe werden nach Tabelle 2 der ISO 2768-1 toleriert. Rundung: Halbmesser R Fase: Höhe h h gebrochene Kanten: Grenzabmaße nach Tabelle 2
Skizze: gebrochene Kanten – Rundungshalbmesser R und Fasenhöhe h.
Winkelmaß mit kürzerem Schenkel Zwei Schenkel schließen den Winkel alpha ein; bemaßt ist die Länge L des kürzeren Schenkels, nach der ISO 2768-1 Tabelle 3 das Grenzabmaß des Winkels bestimmt. α L L = kürzerer Schenkel bestimmt das Grenzabmaß des Winkels (Tabelle 3)
Skizze: Für Winkel zählt die Länge L des kürzeren Schenkels.

ISO 2768-mK: was das K bedeutet – und was ISO 22081 ändert

Auf vielen Zeichnungen steht nicht nur „ISO 2768-m“, sondern „ISO 2768-mK“. Der Kleinbuchstabe m ist die Klasse für Längen- und Winkelmaße aus Teil 1. Der Großbuchstabe K stammt aus Teil 2, der ISO 2768-2: Sie legte allgemeine Toleranzen für Form und Lage fest – für Geradheit und Ebenheit, Rechtwinkligkeit, Symmetrie und Lauf – in den Klassen H, K und L, wobei H die engste ist. Steht nur „ISO 2768-m“ im Schriftfeld, gilt Teil 2 nicht.

Ein Zusatz „E“ am Ende, etwa „ISO 2768-mK-E“, forderte nach Teil 2 die Hüllbedingung für alle einzelnen Formelemente mit Maßtoleranz: Eine Welle darf dann an keiner Stelle über eine ideale Hülle mit ihrem Größtmaß hinausragen, eine Bohrung nicht in eine Hülle mit ihrem Kleinstmaß hineinragen. Bei Frästeilen mit vielen Passmaßen ist das eine weitreichende Festlegung; was sie bedeutet, erklärt die Seite Form- und Lagetoleranzen.

Teil 2 ist zurückgezogen

ISO hat Teil 2 zurückgezogen. An seine Stelle tritt ISO 22081:2021 mit allgemeinen geometrischen Spezifikationen und allgemeinen Größenmaßspezifikationen. Sie arbeitet nicht mit den Klassen H, K und L: Wer sie auf einer neuen Zeichnung anwendet, trägt die allgemeinen Spezifikationen ausdrücklich in der Nähe des Schriftfelds ein.

Für bestehende Zeichnungen ändert das nichts. Ein Blatt mit „ISO 2768-mK“ bleibt lesbar und gültig; es wird weiter nach Teil 2 verstanden. Für neue Konstruktionen lohnt der Blick auf ISO 22081 – spätestens, wenn ein Kunde sie in seinen Zeichnungsrichtlinien verlangt.

Eine Neufassung der ISO 2768 liegt als Entwurf vor (prEN ISO 2768:2025). Solange sie nur als Entwurf existiert, ändert sich für Zeichnungen nichts; wir verfolgen, was daraus wird.

Noch ältere Blätter nennen statt ISO 2768 die frühere DIN 7168 mit ihren Freimaßtoleranzen. Die Norm ist durch ISO 2768 abgelöst; bei solchen Zeichnungen klären wir vor dem Angebot, nach welcher Tabelle gelesen werden soll.

Wo die Angabe steht und was sie nicht erfasst

Die Allgemeintoleranz gehört ins Schriftfeld oder in dessen Nähe, meist als „Allgemeintoleranzen ISO 2768-m“, bei Zeichnungen mit Form- und Lageklasse als „ISO 2768-mK“. Eine Klasse für das ganze Blatt genügt; einzelne Maße mit eigener Toleranz bleiben davon unberührt und gehen vor. Für spanend gefertigte Teile wie Frästeile ist die mittlere Klasse m verbreitet, zugleich ist es eine Vereinbarung zwischen Konstruktion und Fertigung, keine Vorgabe der Norm.

Die Allgemeintoleranz gilt nicht für Hilfsmaße in Klammern und nicht für theoretisch genaue Maße im Rechteckrahmen: Wo die Lage eines Elements über einen Toleranzrahmen festgelegt ist, kommt die Toleranz aus dem Rahmen, nicht aus der Tabelle. Dasselbe gilt für Maße, die ohnehin eine Passung wie H7 tragen.

Wann Allgemeintoleranzen nicht reichen

Allgemeintoleranzen sind für Maße gedacht, deren Abweichung die Funktion nicht stört. Sobald ein Maß mit einem anderen Teil zusammenwirkt – eine Passung, der Abstand zweier Stiftbohrungen, eine Dichtfläche –, braucht es eine eigene Toleranz direkt am Maß. Zwei Fragen helfen beim Durchsehen: Was passiert, wenn das Maß am Rand der Allgemeintoleranz liegt? Und wird es beim Montieren mit anderen Maßen zusammengerechnet? Lautet die Antwort „dann klemmt es“ oder „ja“, tolerieren Sie das Maß einzeln.

Umgekehrt ist eine enge Klasse für die ganze Zeichnung selten die bessere Wahl. Zwischen 0,5 und 120 mm halbiert Klasse f jedes Grenzabmaß gegenüber m. Das verlangt bei jedem Maß mehr Sorgfalt beim Fertigen und Prüfen, auch bei Maßen, die davon nichts haben. Besser: eine mittlere Klasse für das Ganze und enge Toleranzen gezielt dort, wo die Funktion sie braucht.

Stand: 02.10.2026

Häufige Fragen

Dann gilt die Allgemeintoleranz, die im Schriftfeld genannt ist, etwa ISO 2768-m. Fehlt auch sie, ist die zulässige Abweichung offen: Unsere Verkaufs- und Lieferungsbedingungen legen keine Allgemeintoleranz fest. Deshalb fragen wir nach, bevor wir anbieten, und schreiben die vereinbarte Klasse ins Angebot.

m ist die Toleranzklasse „mittel“ für Längen- und Winkelmaße nach ISO 2768-1, K die mittlere Klasse für Form und Lage nach dem zurückgezogenen Teil 2. Heute regelt ISO 22081 die allgemeinen geometrischen Toleranzen; Zeichnungen mit mK bleiben lesbar und gültig.

Allgemeintoleranz im Schriftfeld? Dann ist die Zeichnung fast so weit.

Schicken Sie Zeichnung und Modell. Wo ein Maß enger sein muss, als die Allgemeintoleranz erlaubt, stimmen wir das vor dem Angebot mit Ihnen ab.

Zur Alten Ruhr 4a, 59755 Arnsberganfragen@evotec-gmbh.de